Korfu I

Wir sind nun seit sieben Tagen auf Korfu. Eine himmlische Insel. Der Anfang war nicht ganz so schön, wir sind bereits um vier Uhr dreißig morgens in Hannover mit dem Flieger gestartet. Ja, vier Uhr dreißig morgens Start. Nicht losfahren, da sein oder aufstehen, sondern im Flieger sitzen. Aber man hat ja dann den ganzen Tag im Urlaubsort, nech? Denkste… Wir sind um dreiundzwanzig Uhr sechszehn mit dem Zug aus Wolfsburg nach Hannover gegurkt (ein Freund war so nett uns trotz der späten Stunde und einem Wochentag zum Bahnhof zu fahren). Um ein Uhr dreißig etwa waren wir dann am Flughafen. Kann man ja noch ein kleines Nickerchen machen, nech? Denkste. Aufgeregte Rentner, ach was sag ich, ganze Rentnergruppen ziehen nervös auf dem Flughafen mit ihren laut rollernden Koffern und Täschchen von einem Gate zum anderen. Roller, roller, roller, schnatter, schnatter… Aufgeregte Frauen zicken ihre Männer an weil diese keine Ahnung haben wo es lang geht oder sie mit ihren hohen Stöckelschühchen und dem Koffer nicht so schnell hinterherkommen… Das Übliche halt… Kein Nickerchen.

Was solls, man ist dann ja immer noch morgens im Urlaubsort und macht dann halt da erst mal ein Nickerchen und dann gehts los!
Losgefahren. Losgeflogen. Losgefahren. Endlich am Urlaubsort. Zimmer aber noch nicht fertig. Naja, is ja nicht schlimm, wir sind ja geduldig. Erste Stunde vergeht. Müde. Hungrig. Ihr kennt das, ein Snickers wäre hilfreich, aber einfach nicht da. Zweite Stunde vergeht. Ein anderer Touri macht uns darauf aufmerksam, dass es hier Wlan gibt und drückt uns ein Papierschnipsel mit dem Kennwort in die Hand.

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Gott sei Dank, etwas weniger Langeweile. Trotzdem strafe ich den Typen an der Rezeption mit bissigen Blicken, während bereits zwei andere Paare „abgerfertigt“ worden. Er bietet uns Reste vom fast verzehrten Frühstücksbuffet an. Zumindest werden wir nicht verhungern. Nach der dritten Stunde wird uns gesagt unser Zimmer sei fertig. Schlüssel steckt irgendwo links. Treppe hoch. Reinigungsfachkraft ist noch da. Nummer 26. Dann mal los.
Ab ins Zimmer und erst mal ein Nickerchen.

Jetzt kann der Urlaub losgehen. Völlig zerknittert und immer noch nicht ganz fit erkunden wir erst mal zu Fuß die Gegend. Hach, macht sowas bloß nicht. Also nicht zu Fuß erkunden, sondern so früh anreisen. Lieber den ganzen ersten Tag verplempern, als den ganzen ersten Tag völlig fertig sein.

Nun gut, genug dazu. Zu Fuß haben wir Acharavi (unser Urlaubsort) ein wenig erkundet. Ein bisschen Straße mit Lädchen, Restaurants und jede Menge Auto-, Roller- und Motorrad-Vermietung. Wir sind bis zum Strand gelaufen (der Weg sah auf Google Maps erschreckend weit aus und war dann doch eher nur ein fünf Minuten Weg). Der Strand war ein Steinstrand. Zum Schnorcheln super, aber jetzt nicht atemberaubend.

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Abends sind wir in ein Restaurant essen gegangen, das von der Straße aus eher unscheinbar schien. Als wir durchgingen und in den Garten kamen, wurden wir angenehm überrascht. Es heißt Lemon Garden und war tatsächlich ein Lemon Garden. Man saß an kleinen Tischen in gemütlicher Umgebung mitten in einem Garten. Ein Garten voller Zitronen- und Orangenbäume. Wunderschön. Das Essen war so lecker wie die Atmosphäre schön war. Sehr zufrieden konnten wir den ersten Tag ausklingen lassen.

Am zweiten Tag haben wir uns entschlossen einen fahrbaren Untersatz zu mieten, da wir einige schöne Buchten und Strände bereits vorab auf Blogs und in Foren rausgesucht hatten und diese nicht mit einer nervigen Reisegruppe aufsuchen wollten, sondern in Ruhe allein. Nicht nur weil ich dieses Rumgewusel von 10 Leuten an einem Fleck nervig finde, sondern auch, weil wir beide gern Fotografieren und wer uns kennt, weiß, dass wir locker zwei, drei Stunden (oder mehr) an einem Fleck verbringen können, bis wir das Bild gefangen haben, das wir haben wollen. Wir mieteten uns also einen Roller. Zur Probe erst mal für einen Tag. Wir fuhren Richtung Westen an der Nordküste. Nach kurzer Zeit bereits fanden wir eine wundervolle, kleine Bucht, die völlig verlassen war. Der Grund lag auf der Hand, ein verdammt schwerer Abstieg war der einzige Weg zu dieser Bucht.

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Wir schnorchelten dort etwas und machten einige Fotos. Erst als wir gerade wieder aufbrechen wollten, kamen andere Touris in die Bucht. Perfektes Timing. Wir fuhren bis zum nächsten Sandstrand und aßen dort etwas in einem kleinen Restaurant. Die Urlaubssaison hat hier offenbar noch nicht ganz angefangen, deswegen ist sehr wenig los. Also generell hat man viel Freiraum und nicht das übliche Gedrängel der Touri Massen. Einfach herrlich. Auf dem Rückweg sind wir noch am Canal d’amour vorbei gefahren, eine wunderschöne Gegend.
Nach erfolgreichem Tag mit dem Roller, entschieden wir, diesen weitere drei Tage zu mieten und ein paar Ausflüge zu machen.

Also sind wir am dritten Tag nach Korfu Stadt (Kerkyra) gefahren und haben Sissis Palast dort besucht.
Bereits vorher haben wir auf dem Weg ein paar wunderschöne Örtchen gesehen.

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Ich kann euch wirklich nur empfehlen auf eigener Faust Urlaubsorte zu erkunden, wir haben so schöne Orte dadurch gefunden und konnten unsere Zeit so verbringen, wie wir es gerade dann wollten. Ganz abgesehen von der Unabhängigkeit, war auch jeder Ausflug ein kleines Abenteuer. Wir waren nicht nur unabhängig, sondern auch auf uns gestellt. Zu meinen Erfahrungen (und daraus folgenden Tips zum Fahren mit Rollern im Süden) könnte ich einen eigenen Artikel verfassen.

Am folgenden Tag sind wir nach Paleokastritsa gefahren. Die Buchten und Strände dort sollen wundervoll sein und zufällig ist dort auch die best bewertete Tauchstation der Insel (Achilleon Diving Center). Also auf zu einem Tauchgang dorthin. Ich hatte mich bereits am Tag zuvor per Mail angemeldet (zum Glück, denn die Tauchfahrten finden nur 10.00Uhr und 12.30Uhr statt, wir wären sonst erst nachmittags hin). Also hingefahren (nachdem Marc die letzten zwei Tage gefahren war, bin ich dieses Mal gefahren), ein bisschen geschnorchelt, getaucht (zum ersten mal in einer Höhle), im Ort etwas gegessen und wieder zurück. Klingt stressig, war aber eigentlich eher entspannt und schön.

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Der Tauchgang war mein erster seit fast zwei Jahren. Und ich bin echt aus der Übung. Das Austarieren war anfangs anstrengend, aber nach einer kurzen Gewöhnung wieder in Ordnung. In der Höhle selbst bekam ich eher Schwierigkeiten, weil ich mit meinem wundervollen Geburtstagsgeschenk, einer Canon Powershot D30 (Unterwasserkamera) beschäftigt war und vergaß, dass Stein unter mir, hinter mir, über mir und neben mir war. Da bin ich ab und an mal angeeckt, aber nichts Dramatisches.

Am nächsten Tag war es zum Glück etwas bewölkt und wir nutzten den angenehmen Schatten, um auf den höchsten Berg der Insel zu fahren. (Die Sonne brennt nach einer Zeit doch irgendwann beim Roller fahren.) Die Aussicht war trotz (oder gerade wegen der Wölkchen) atemberaubend. Überall waren Blumenwiesen und auf den Hängen war sehr viel Grün und das helle Grau des Felsens schimmerte hervor.

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Alles in allem bisher ein sehr schöner Urlaub. Wegen ein paar kleinen verbrutzelten Stellen wegen der Sonne gab es in den letzten beiden Tagen etwas Pause im Schatten am Pool. Mal schauen, was die nächsten Tage noch bringen.
Da ich von meinem Handy aus blogge, gibt es erst mal nur Fotos von meinem Lumia. Die Fotos meiner Nikon und Canon veröffentliche ich dann, sobald wir wieder in Deutschland sind.

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Wer noch mehr schöne Fotos aus unserem Urlaub sehen möchte, sollte hier vorbeischauen.

Ein Gedanke zu „Korfu I

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