EMO 2011

Die EMO bietet auch dieses Jahr wieder eine große Vielfalt an Maschinenbau, Automatisierungstechnik und auch verwandten Themen wie Elektronik und Arbeitskleidung. Die meisten Aussteller präsentieren ihre Maschinen zwar in Form von Simulationen, jedoch hat man einen sehr guten Einblick der Eigenschaften und Fähigkeiten erhalten. Besonders auffällig ist in Halle 2 der Stand der DMG – Mori Seiki Kooperation, da hier rund 90 Maschinen in Realvorführungen ca. 36.000€ Material pro Messetag zerspanen.  Zu den einzelnen Unternehmen gehe ich jedoch erst in den folgenden Artikeln ein.

Dass Maschinenbauer ein eigenes Völkchen sind, ist den meisten bestimmt schon aufgefallen. Dass mittlerweile auch immer mehr Frauen in der Branche tätig sind, ist bei der EMO leider noch nicht angekommen. An den Ständen habe ich sehr selten eine Frau „vom Fach“ gefunden, eher hübsche Hostessen, die versuchen Kunden mit knappen oder engen Kostümen anzuziehen. Als Besucherin auf der Messe ist es auch etwas anders, als für einen Besucher. Abgesehen von musternden Blicken bis hin zu Fotos von mir, wie ich auf der Messe unterwegs war (sogar sehr auffällig geschossen und auch ohne zu Fragen oder mit mir zu reden), wurde ich auf manchen Ständen vom Standpersonal schlichtweg ignoriert. Ganz besonders schade war der Umgang mit mir auf dem Schaeffler-Stand. Da ich erst vor einem Jahr für eine Konstruktion bei einem Praktikum von Schaeffler Material ausgewählt und bestellt hatte, hatte ich mich besonders gefreut sehr viel auf dem Stand wiederzuerkennen und auch tatsächlich als Kunde auftreten zu können. Das Standpersonal musterte mich jedoch nur mit einem müden Lächeln und ging dann von mir weg. Am zweiten Messetag war ich dann mit zwei Komilitoninnen auf der EMO unterwegs. Es gab natürlich wieder musternde Blicke, aber – nachdem wir gemeinsam vor Maschinen fachsimpelten – wurden wir an fast allen Ständen neugierig angesprochen und konnten uns sehr gut unterhalten. Jetzt aber genug über das Gejammer als Frau in einer männerdominierten Umgebung, kommern wir zu dem nächsten Hindernis.

Auf Messen ist Kommunikation das A und O. So wurde ich an einigen Ständen sowohl positiv überrascht, als auch an einigen negativ. Die englische Sprache – mit Fachvokabular – sollte man an einem Stand auf einer internationalen Messe sicher beherrschen. Leider konnte ich mit einigen nicht kommunizieren, da z.B. ein Standbetreuer weder englisch, noch deutsch sprach und mir nur gebrochen mitteilte er sei nur für das Anschalten der Maschine zur Vorführung verantwortlich. Aber auch auf deutschen Ständen hatten einige Standbesucher es schwer mit dem Personal in englisch zu kommunizieren. Ein Standbesucher wurde in meiner Anwesenheit sogar mit einem „Ich kann kein englisch.“ abgefertigt. Sehr schade, da es viel zu sehen und zu erklären gab! Aber ich habe auch Stände erlebt, an denen man gleich zwischen einigen Sprachen auswählen konnte und diese wurden sogar fließend gesprochen, ich war beeindruckt!

Natürlich möchte ich hier nicht nur meinen subjektiven Eindruck über Menschen und Stände der EMO vermitteln, sondern auch, was Interessantes ausgestellt wurde und welche Highlights noch zu sehen waren.

Unternehmen und Begegnungen

DMG | Mori Seiki

August 2011 wurde die Pressemitteilung herausgegeben, dass das deutsche Unternehmen DMG und das japanische Unternehmen Mori Seiki gemeinsame Vertriebs- und Serviceaktivitäten betreiben. Die DMG AG wurde als Geschäftsfeld der Gildemeister Gruppe 1902 gegründet. Gildemeister ist mit über 5.000 Mitarbeitern in 33 Ländern aktiv. Das japanische Traditionsunternehmen, gegründet 1948 mit Stammsitz in Japan, wird immernoch von der Familie Seiki geführt.

Als ersten großen Messeauftritt auf der EMO 2011 belegte die Gemeinschaft die komplette Halle 2 und demonstrierten eindrucksvoll ihr Portfolio an Dreh- und Fräsmaschinen. Insgesamt 97 Maschinen wurden auf der Ausstellungsfläche präsentiert und täglich ca. 3.000€ bis 4.000€ Material pro Maschine zerspant. Von Ecoline bis Universal war hier alles zu finden, beeindruckende Werkzeugwechselzeiten und schnelle Bearbeitung von Exponaten haben den Spaß beim Erkunden der Halle erhöht. Sehr freundliche Mitarbeiter empfangen mich auf dem Messestand und informierten mich detailliert über Maschinen, die Unternehmen und interessante Begegnungen auf der Messe. So hat zum Beispiel einer der Standbetreuer gleich darüber berichtet, wie angenehm Kunden hier auf der Messe anfragen können, aber auch wie schnell sich herausstellt, welcher Kunde selbst nicht weiß, was genau er braucht, und: „Unvorbereitete Kunden bekommen nicht, was sie eigentlich wollen, da nicht alle Informationen zur optimalen Maschinenauswahl vorliegen.“ Also, liebe Kunden: präzise erläutern welche Produkte gefertigt werden sollen, und am besten mit Zeichnungen und Informationen, wie Material, etc. auftauchen, so bekommt man auch, was man braucht.

Insgesamt war der Messeauftritt der Kooperation sehr informativ und auch, soweit ich die EMO gesehen habe, der größte „Stand“ auf der diesjährigen Messe gewesen.

Walter Multiply

Walter Multiply hat den Firmensitz in Tübingen und beschäftig aktuell ca. 3600 Mitarbeiter. Der relativ große Stand des Unternehmens bot schon fast eine Reizüberflutung an Innovationen und großartigen Ideen. Von wechselnden Standbetreuern wurde ich über den kompletten Stand geführt und es wurde alles erläutert und durch die geschickte Anordnung der Ausstellungsstücke untermalt.

Am meisten beeindruckt haben mich drei verschiedene Ausstellungsbereiche: Die Farbanzeige der Werkzeuge bezogen auf Werkstückmaterial, die N2 Kühlung bis -196°C für zerspanende Arbeiten und ganz besonders die Smart Tools.

Die Farbanzeige zeigt, wie im unteren Beispiel die Tauglichkeit für den Einsatz bei bestimmten Werkstückwerkstoffen, wie zum Beispiel Gesswerkstoffe oder rostfreier Stahl.

Durch die Farbkontrolle kann zusätzlich eine Sicherheit gewährleistet werden, das richtige Werkzeug zu verwenden und so unnötiger Werkzeugverschleiß bis hin zu –zerstörung vermieden werden.

Die Smart Tools funktionieren über ein RFID Code, der über ein Smartphone eingelesen wird. Durch eine vorab auf das Smartphone installierte App können die Werkstückdaten eingegeben, bzw. ausgewählt werden, damit dann anschließend die App automatisch die Maschinenbedienungsdaten wie Schnittgeschwindigkeit ausgeben kann.

Die App ist auf der Homepage von Walter Multiply verfügbar für Android und iOs.

Ein unglaublich interessanter Stand, hoffentlich sehen wir uns 2013 wieder!

Wolf Gruppe

Die Wolf Gruppe wurde 1985 gegründet und ist in insgesamt fünf verschiedenen Bereichen tätig: Werkzeugtechnologie, Beschichtungstechnologie, Formen- und Werkzeugbau, IT Consulting und Tool Technology USA. Über 200 Mitarbeiter werden hier beschäftigt.

Auf der EMO hat die Wolf Gruppe auf einem Stand die kundenspezifischen Werkzeuge in verschiedenen Gruppen vorgestellt: Automotive, Aerospace, Medical und Industrial. Hier war ein besonderer Blickfang die während des Anlassprozess entnommenen Fräsköpfe, die für die MTU gefertigt werden.

Das fröhliche Farbenspiel der Fräsköpfe hat, zugegeben mich auch, sehr viele Besucher zu dem Stand gelockt.

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