Mein Anfang mit LaTeX

Ich habe ja bereits bei Twitter mein Vorhaben angekündigt Studienarbeiten nicht mehr mit Word, sondern mit LaTeX zu verfassen. Aus einem ganz einfachen Grund: Word nervt. Wer sich bereits super auskennt und keine Anleitung lesen möchte, einfach zum letzten Satz springen und beantworten ;)

Letzte Woche habe ich ProText heruntergeladen, installiert und ausprobiert. Hier habe ich das Ganze gefunden. Durch die Installation wird man durch den Assistenten ganz gut geführt und die Benutzeroberfläche ist minimalistisch, was mir sehr zusagt. Zusammen mit dem Kochbuch für LaTeX habe ich mich dann darauf gemacht meine Studienarbeit vorzubereiten und dieses ganze Formatierungs-Gebamsel vorab zu erledigen.

Ich muss sagen teilweise fand ichs super. Ich bekam was ich eingab. Leider bin ich was die Eingabe angeht nicht unbedingt die Hellste, also kämpfte ich mich durch: Welche packages brauche ich überhaupt? Warum sollte ich welche Dokumentenart wählen und warum zur Hölle kompiliert der nicht?!? Sehr ärgerlich sind nämlich die Fehlermeldungen in denen es heißt das Dokument könnte nicht geschrieben werden. Nicht sehr hilfreich.

Fange ich aber ganz von vorn an:

Welche Dokumentenklasse brauche ich überhaupt?

Zur Auswahl stehen article, book, report, letter. Auf so einigen Seiten fand ich auch scrartcl, scrbook, scrreprt und scrlettr. Was auch immer das ist, ich konnte es nicht kompilieren.

Da ich weiß, dass meine Studienarbeit nicht ein paar Seiten, sondern eher ein komplexeres Dokument wird, habe ich mich für report entschieden. In der Dokumentenklasse report wird die erste Überschriftenebene allerdings mit 0.1 angezählt und die Formatierung sah mir zu krass nach sehr vielen Unterebenen aus. Es sollte eine „kleine“ Studienarbeit werden. Also doch eher article.

\documentclass[pdftex,10pt,a4paper]{article}

Dann kamen die packages. In den Beispieldokumenten und Einführungen wurden unzählige unterschiedliche reingeklatscht und ich hatte/hab keinen Schimmer was die tun sollen. Also habe ich so wenig wie möglich reingepackt und versucht zu kompilieren. Wenns nicht so geklappt hat wie ich wollte, habe ich einen meiner Meinung nach passenden package hinzugefügt. Ich schreibe zwar noch wild herum, aber aktuell sieht das so aus.

\usepackage[ansinew]{inputenc}
\usepackage{amsmath}
\usepackage{yfonts}
\usepackage{amssymb}
\usepackage{makeidx}
\usepackage[pdftex]{graphicx}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage{array}

Das [ansinew] sagt aus, dass man mit windows arbeitet, {inputenc} ermöglicht das Schreiben von Umlauten, ohne diese gesondert ( „a für ä ) eingeben zu müssen.
{amsmath} ermöglicht das Schreiben mathematischer Formeln. Habe ich bisher noch nicht ausprobiert, werde ich wohl aber bald müssen ;) .
Ich habe ehrlich gesagt nicht wirklich eine Ahnung was {yfonts} macht. Es hat auf jeden Fall erreicht, dass ich nach dem Einfügen der ersten Überschriften und Verzeichnisse kompilieren konnte. Bei {amssymb} und {makeidx} läuft es auf das selbe hinaus.
[pdftex]{graphics} sorgt dafür, dass Bilder eingefügt werden können. [ngerman]{babel} ist die geschriebene Sprache im Text (ngerman = neue Rechtschreibung, german = alte Rechtschreibung) und {array} ermöglicht das Einfügen von Tabellen.
Die packages sind mir allerdings in Gänze noch ein Rätsel. Ich hoffe ich weiß bis Beginn der Studienarbeit welche ich alle brauche und was die hübsches können/machen.

Jetzt beginnt man erst endlich mit dem eigentlichen Dokument:

\begin{document}

\end{document}

Dazwischen steht dann alles Interessante :)

Mal so eben einfach den Text reinschreiben geht allerdings nicht, man will ja eine Titelseite, Verzeichnisse, Kopf- und Fußzeilen, Abschnittsweise Seitenzahlen in römischen und lateinischen Zahlzeichen, ….
Also beginnt man mit der Titelseite:
Es gibt eine „vorgefertigte“ Titelseite, die verwendet werden kann, wenn da eh nur Titel, Autor, Datum stehen soll.

\title{Text}
\author{Name}

\begin{document}

\maketitle

\end{document}

Das heutige Datum wird dabei automatisch eingefügt. Mir ist das allerdings zu wenig, also habe ich das wie folgt geschrieben:

\begin{document}

\begin{titlepage}

\vspace*{7cm}
\begin{center}
\huge
Titel\\
\vspace*{1cm}
\large
Untertitel\\
\vspace*{1cm}
Name\\
\vspace*{1cm}
Matrikelnummer\\
\end{center}

\end{titlepage}

\end{document}

Der \ zeigt übrigens an, dass ein Befehl folgt. Ohne \ wird der Text im Dokument geschrieben und \\ oder \newline gibt einen Zeilenumbruch an. vspace*{Abstand in cm} gibt den vertikalen Abstand zu der nächsten Zeile an. Der Rest sollte selbsterklärend sein, sonst gibt es ja auch noch die Kommentarfunktion :) .

Nach \end{titlepage} kann ein Seitenumbruch erfolgen:

\newpage

Und dann gehts weiter mit dem Inhaltsverzeichnis:

\tableofcontents

\newpage

Das Inhaltsverzeichnis wird gefüttert durch die im Text kenntlich gemachten Überschriften:

\section{Einleitung}
Text\newline
\subsection{Aufgabenstellung}
Text \newline

Es existiert folgende Rangfolge:

\part{Text}
\chapter{Text}
\section{Text}
\subsection{Text}
\subsubsection{Text}
\paragraph{Text}
\subparagraph{Text}

Je nach Dokumentenklasse kann die erste Überschriftenebene unterschiedlich beginnen. Für Report ist zum Beispiel die erste Überschriftenebene part und für article ist es section.

Für das Inhaltsverzeichnis wird eine Überschrift automatisch generiert.
\section*{Inhaltsverzeichnis}
\tableofcontents
ist also sinnfrei. Da wird die Überschrift „Inhaltsverzeichnis“ doppelt angezeigt.

Soll eine Überschrift eingefügt werden, ohne das eine Nummerierung davor gesetzt wird, so muss zwischen dem Befehl und der Überschrift einfach nur ein *:

\part*{Text}

Dies kann man gut beim Einfügen der Eidesstattlichen Erklärung verwenden:

\section*{Eidesstattliche Erklärung}

Hiermit versichere ich, dass ich die Studienarbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe, alle Ausführungen, die anderen Schriften wörtlich oder sinngemäß entnommen wurden, kenntlich gemacht sind und die Arbeit in gleicher oder ähnlicher Fassung noch nicht Bestandteil einer Studien- oder Prüfungsleistung war. \\
\\
\\
\vspace*{3cm}
$\overline{\text{Name}\qquad}$

\newpage

Das „$\overline{\text{Name}\qquad}$“ erstellt dabei das Unterschriftenfeld.

Das solls auch erst mal gewesen sein :) Mit Tabellen und den anderen Verzeichnissen, Kopf- und Fußzeilen und Graphiken gehts dann das nächste mal weiter ^^

Bis jetzt bin ich immer noch überzeugt, dass LaTeX entspannter ist als Word. Keine Verweisfehler, Fußnoten auf falschen Seiten, falsch generierte Verzeichnisse, Versionsprobleme….

Noch ein ganz kleiner Nachtrag: LaTeX kompiliert manchmal erst nach Neustart genau den gleichen Quelltext fehlerfrei. Irgendjemand eine Idee woran das liegen könnte? Für eine gute Quelle zu den packages wäre ich auch dankbar :)

4 Gedanken zu „Mein Anfang mit LaTeX

  1. treknor

    LaTex ist eine feine Sache. Das Du Probleme mit dem Compiler hast iast ziemlich nervend .. :( aber das mag am Compiler selber liegen. Wie immer gibt es hier verschiedene Köche und jeder macht das etwas anders :( .. ich kann nur sagen das ich bei der Linuxversion von LATex solche Probleme nicht kenne. Das wirklich tolle an dem ganzen ist, dass Du auch bestimmen kannst wo,welches Bild,wie groß hin soll.. und du kannst Querverweise etc. gleich mit rein tippern.. Leider ist es schon eine kleine Ewigkeit her das ich damit gearbeitet habe.. aber vielleicht sollte ich mein Wissen mal wieder auffrischen.. bin gespannt auf die Fortsetzung :)

    Antworten
  2. Wolfram (WolfsPAD)

    Ach ja die gute alte Zeit mit LaTex. Ich kann es für komplexere Dokumente auch nur empfehlen. Gerade bei wissenschaftlichen Arbeiten nimmt einem das Tex eine Menge Arbeit ab. Inzwischen gibt es sogar eine Distribution für das iPad. Das wollte ich auch mal testen, aber zur Zeit habe ich keine Anwendung dafür. Im Job setzen die meisten entweder auf das Firmen Wiki oder eben Word. Wobei mir da allerdings das Wiki lieber ist, da man sich da auch nicht großartig um die Formatierung kümmern muss.
    Viel Spaß
    Wolfram

    Antworten
  3. Philipp

    Wenn man sich ein wenig an LaTeX gewöhnt hat, ist eigentlich alles eine Wolke :). Bei uns Informatikern ist es meistens so, dass die Institute Vorlagen für Studien- und Abschlussarbeiten zur Verfügung stellen; wenn du möchtest kann ich dir mal die .tex-Dateien meiner Bachelorarbeit zukommen lassen, darin siehst du dann auch, wie man ein Literaturverzeichnis mit BibTeX einbinden kann.

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  4. Jan

    Der Unterschied zwischen den Artikelklassen ist: article, report usw. sind die standard Latexpakete, wohingegen scrartcl die KOMA-skript Varianten sind. Die erkennt man sehr gut daran, dass sie humongously große Überschriften haben, wenn man die Standardeinstellungen verwendet, sich sonst aber extrem gut an klassischen Buchdruck orientieren. Die vielzuseitige Komascriptdoku ist dafür… toll…. *räusper*. Oder so. ;).

    Die Probleme mit dem Compiler liegen meistens daran dass man beim pdflatex/bibtex/pdflatex/pdflatex Zyklus was inner komischen Reihenfolge vertan hat und dabei seltsame Zwischendateien akkumiliert hat. Genaugenommen möchte man aber eh lualatex und biblatex/biber benutzen weil’s viel cooler ist und man dieses ansinew/utf8 inputenc Krempel nicht mehr machen muss. Ansonsten gibt es ‚rubber‘, dass relativ problemfrei kompiliert.

    Als kleiner Note-of-Caution: \\, \newline und 2*\n im Dokument sind nicht das gleiche ;). Das eine sind newlines, das letztere ein neuer Paragraph; die unterscheiden sich in der Einrückung. Meistens will man Paragraphe.

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