Kategorie-Archiv: Abbildungen

Abbildungen einfügen, positionieren, anpassen, …

Große Schriftstücke mit LaTeX bewältigen – Teil 4: Abbildungen mit Unterschriften, Label und Verzeichnis richtig erstellen

Abbildungen mit Abbildungsunterschrift und Label erstellen und referenzieren

Wie Abbildungen eingefügt werden ist grundsätzlich ganz einfach und wurde auch schon im Exkurs Präsentieren mit LaTeX erklärt. Die dazugehörige Abbildungsunterschrift (-bezeichnung) und das Label fehlen allerdings noch.

Mit \begin{figure} und \end{figure} wird die Bildumgebung geöffnet und geschlossen. Darin wird dann definiert wo im Fließtext die Abbildung platziert wird. In diesem Fall soll die Abbildung genau dort platziert werden, wo sie auch im Quelltext eingebunden wird. Der Befehl dafür wird hinter \begin{figure} mit eckigen Klammern gesetzt (hier: [h!]). Wird der Befehl [h!] wegelassen, platziert LaTeX die Grafik im Fließtext an einem Ort, an dem das Programm meint, es passt. Dies geschieht völlig unabhängig vom Inhalt des Textes. Wo die Grafik angeordnet wird, kann zusätzlich in der Umgebung beeinflusst werden. Schreibt man dazu keinen Befehl, wird die Grafik linksbündig ausgerichtet (erzwungen wird linksbündig mit \leftflush und rechtsbündig mit \rightflush). Mit \centering kann die Grafik zentriert werden. Die Einbindung einer Abbildung funktioniert über \includegraphics. In den eckigen Klammern wird dabei die Größe des Bildes bestimmt und in geschwungenen Klammern der Dateiname angegeben. Bei der Bildgröße arbeite ich am liebsten mit einer Referenz zur Seitenbreite. Mit dem Befehl [width=\textwidth] wird die Abbildung genau so breit, wie die Seitenbreite es zulässt. Ist die Abbildung dann verhältnismäßig zu groß, muss vor dem \textwidth einfach eine Zahl kleiner eins gesetzt werden, um die Abbildung zu verkleinern. Natürlich kann diese ebenso mit einer Zahl größer eins vor dem Befehl vergrößert werden. Ragt die Grafik über die Seitenränder hinaus, werden diese Bereiche einfach abgeschnitten. Eine Bildunterschrift kann mit \caption hinzugefügt werden. Damit wird die Grafik automatisch in das Abbildungsverzeichnis aufgenommen. Sollte die Abbildungsunterschrift für ein Verzeichnis viel zu lang sein, kann zwischen dem Text im Verzeichnis und der Abbildungsbezeichnung differenziert werden. In den eckigen Klammern nach dem Befehl \caption ist der Text einzugeben, der im Verzeichnis auftauchen soll und in geschwungenen Klammern die Bildunterschrift. Inhaltlich sollten diese beiden natürlich nicht abweichen, sondern der Verzeichnistext könnte eine verkürzte Version der Bildunterschrift werden. Sollte die Grafik in dem Fließtext referenziert werden (siehe Abbildung XY), ist es hilfreich ein Label zu verwenden. Wenn noch weitere Abbildungen zwischendurch eingefügt werden, werden die Referenzen automatisch angepasst.

Hier ein Minimalbeispiel:

\begin{figure}[h!]
\centering
\includegraphics[width=0.8\textwidth]{Dateiname}
\caption[Text im Abbildungsverzeichnis]{Text in der Bildunterschrift}
\label{REF}
\end{figure}

Zusätzlich wollen wir natürlich ein Abbildungsverzeichnis einfügen. Die Seitenzahl des Abbildungsverzeichnisses solllte allerdings dann nicht mit arabischen, sondern römischen Ziffern angezeigt werden. Manche Grafiken sind außerdem zu schmal für die Seitenbreite und sollen gedreht werden. Hier also ein ausführlicheres Beispiel und das Ergebnis als PDF zum anschauen.

\documentclass[12pt, a4paper, bibliography=totoc]{scrartcl}

\usepackage[ngerman]{betababel}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage{amsfonts}
\usepackage{graphpap, color}
\usepackage{graphicx}
\usepackage{pstricks}

\begin{document}

\pagestyle{plain}
\pagenumbering{Roman}

\listoffigures
\newpage

\pagenumbering{arabic}

In Bild \ref{DRACH} ist das Bild des Drachenkopfes in Seitenbreite dargestellt.

\begin{figure}[h!]
\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{Drachenkopf}
\caption[Drachenkopf]{Foto des Drachenkopfes aus dem Berliner Zoo Aquarium}
\label{DRACH}
\end{figure}

Im nächsten Bild \ref{DRACK} wird die Abbildung verkleinert und nicht mehr zentriert.

\begin{figure}[h!]
\includegraphics[width=0.5\textwidth]{Drachenkopf}
\caption[Kleiner Drachenkopf]{Foto des Drachenkopfes aus dem Berliner Zoo Aquarium, kleiner und linksbündig}
\label{DRACK}
\end{figure}

Größer und zentriert sieht die Abbildung wie in \ref{DRACG} aus.

\begin{figure}[h!]
\centering
\includegraphics[width=1.5\textwidth, angle=90]{Drachenkopf}
\caption[Großer Drachenkopf]{Foto des Drachenkopfes aus dem Berliner Zoo Aquarium, größer und gedreht}
\label{DRACG}
\end{figure}

\end{document}

Das Ergebnis sieht dann so aus: BeispielBilderklein.

Bis zum Befehl \begin{document} ist die Präambel des Quelltextes. Hier werden Dokumenteneigenschaften und Pakete definiert und eingefügt. (Das kennen wir schon aus vorherigen LaTeX Artikeln ;) )

Die Seitennummerierung wird mit \pagenumbering angepasst und das arabische Format in das römische mit \pagenumbering{Roman} umgestellt, bzw. mit \pagenumbering{arabic} wieder zurück auf arabisches Zahlenformat.

Das Einbinden eines Abbildungsverzeichnisses ist sehr einfach mit \listoffigures.

Der restliche Quelltext sind nur Spielereien zum Einfügen von Bildern.

Viel Spaß beim Ausprobieren :)