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Textverarbeitung mal ohne MS Office? Wie wäre es mit Latex?! Hier erhaltet Ihr Tips, Tricks oder einfach nur nützliche Informationen. Ich nutze TexStudio mit MikTex.

Große Schriftstücke mit LaTeX bewältigen – Teil 5: Tabellen mit Überschriften, Label und Verzeichnis richtig erstellen

Das Einfügen von Abbildungen mit Unterschrift und Verzeichnis hatte ich bereits im letzten Artikel erklärt. Jetzt widmen wir uns den Tabellen.
Hier gibt es noch zusätzliche Schwierigkeiten, da Abbildungen üblichweise nicht über mehrere Seiten verlaufen, Tabellen aber schon über mehrere Seiten gehen können. Aber eins nach dem anderen.

Um eine einfache Tabelle ohne Überschriften, Label oder sonstiges einzufügen, kann der Befehl

\begin{tabular}{c c c}
Text & Text & Text \\
\end{tabular}

verwendet werden.

Mit dem Zusatz {c c c} werden die Anzahl der Spalten und die Textausrichtung innerhalb der Spalten definiert. Die Anzahl der gelisteten „Definitionen“ (hier c) bestimmt die Anzahl der Spalten. Für eine Rahmenline wird das Sonderzeichen | zusätzlich eingefügt. Entweder {c | c | c} für einen Rahmen zwischen den Spalten oder {| c | c | c |} für einen zusätzlichen Rahmen um die Tabelle herum. Hier werden lediglich die vertikalen Rahmenlinien definiert, die horizontalen Rahmenlinien werden dann innerhalb der Tabelle definiert. Es sind diverse Möglichkeiten der Textausrichtung verfügbar:
c = center (zentrierte Textausrichtung)
l = lefthand (linksbündige Textausrichtung)
r = righthand (rechtsbündige Textausrichtung)
p = parbox (Boxerstellung mit linksbündiger Textausrichtung und einem Zeilenumbruch innerhalb der definierten Spaltenbreite p{x cm})

Innerhalb der Tabelle wird durch das & eine neue Spalte angefangen und durch \\ eine neue Zeile.
Die horizontale Rahmenlinie wird mit \hline eingefügt.
Wenn Spalten zusammengefasst werden sollen, kann dies mit \multicolumn{4}{l}{ } gemacht werden. In der ersten Klammer wird angegeben wie viele Spalten zusammengefasst werden, in der zweiten mit welcher Textausrichtung die Zelle beschrieben wird und in der dritten welcher Inhalt dargestellt werden soll. Vorsicht! Wenn Rahmenlinien eingefügt sind, werden diese durch \multicolumn unterbrochen, bei einer „Leerzeile“ empfehle ich daher “ & & & \\“ als Leerzeile zu verwenden, dann sieht das mit den Rahmenlinien schicker aus.

Wozu das hilfreich ist? Beispielsweise um die Texte eines Lebenslaufes richtig anzuordnen. In Spalten und Zeilen können ohne Rahmenlinien sämtliche Informationen einheitlich und bündig aufgelistet werden. Hier ein Beispiel dazu:


\begin{document}
\pagestyle{empty}

\section*{Bewerbungsmappe für Referenz}
\vspace{3cm}
\begin{center}
\includegraphics[width=6cm]{Bewerbungsfoto}\\
\textbf{Name}
\end{center}
\newpage

\section*{Anschreiben}
\newpage

\section*{Lebenslauf}
\begin{tabular}{p{5cm} p{12cm}}
Name& \\
Vorname& \\
Adresse& Straße/Hausnummer\\
& PLZ Ort\\
& \\
Telefon& \\
E-Mail& \\
Geburtsdatum& \\
Geburtsort& \\
& \\
\underline{\bfseries{Berufserfahrung}}& \\
& \\
\underline{\bfseries{Studium}}& \\
& \\
\underline{\bfseries{Ausbildung}}& \\
& \\
\underline{\bfseries{Schulabschluss}}& \\
& \\
\underline{\bfseries{Sprachkenntnisse}}& \\
& \\
Deutsch& Muttersprache\\
Englisch& \\
Spanisch& \\
& \\
\underline{\bfseries{EDV – Kenntnisse}}& \\
& \\
\underline{\bfseries{Persönliche Interessen}}& \\
& \\
\end{tabular}
\end{document}

Das Ganze sieht dann so aus:
CV_bsp

Für wissenschaftliche Arbeiten wird die Erstellung von Tabellen schon etwas komplexer. Abgesehen von einer Tabellenüberschrift, soll die Tabelle auch im Fließtext referenziert werden können, ohne die Referenz durch neu eingefügte Tabellen ungültig zu machen. Die korrekte Nummerierung und Referenzierung von Tabellen und Abbildungen war in Word bei meiner Bachelorarbeit ein reiner Krampf. „Fehler Textmarke“ ploppte bei jeder Kleinigkeit auf. Neu zwischengefügte Tabellen oder Abbildungen wurden mitten drin einfach mit einer neuen Nummer belegt, anstatt mit der richtigen und gelöschte Tabellen haben nicht bewirkt, dass nachfolgende Tabellen neu nummeriert wurden. Es war zum Heulen.
LaTeX ist an dieser Stelle angenehmer. Ein erneutes Kompilieren bewirkt, dass die Nummerierung aktualisiert wird. Keine verdrehten Zahlenreihenfolgen und keine Textmarkenfehler im Verzeichnis.

Die Definition all dieser tollen Eigenschaften ist gar nicht mal so dramatisch:


\begin{table}[h!]
\caption[Kurzform der Überschrift für das Verzeichnis]{Lange Tabellenüberschrift für den Fließtext}
\label{tab:Ref}
\centering
\begin{tabular}[h!]{p{6.5cm} | p{2.3cm} | p{2.5cm} | p{2.3cm}}
\multicolumn{4}{l}{ } \\
Überschrift Spalte 1 & Überschrift Spalte 2 & Überschrift Spalte 3 & Überschrift Spalte 4\\
\hline
\hline
& & & \\
Text & Text & Text & Text \\
\hline
Text & Text & Text & Text \\
\hline
Text & Text & Text & Text \\
\hline
\hline
\end{tabular}
\end{table}

Innerhalb von \begin{table} und \end{table} werden alle Parameter definiert, wie die Überschrift im Fließtext und im Verzeichnis, der Referenzname und die Positionierung der Tabelle im Fließtext. Es ist möglich mit \caption{Überschrift} eine Tabellenüberschrift festzulegen, die dann sowohl im Fließtext, als auch im Verzeichnis gleich auftaucht. Bei wissenschaftlichen Texten ist es allerdings oftmals so, dass Tabellenüberschriften ziemlich lang werden und mehrzeilige Überschriften im Verzeichnis störend wirken. In diesem Fall kann mit \caption[Kurzform]{Langform} eine kurze Überschrift für das Verzeichnis und eine lange für den Fließtext definiert werden. Die Referenz zu einer Tabelle wird mit einem Label hergestellt. Für Abbildungen hieß es \label{Ref} und für Tabellen gibt es zur Differenzierung einen Zusatz \label{tab:Ref}. Die Positionierung erfolgt ohne Angaben linksbündig und dort, wo LaTeX meint es intelligent einfügen zu wollen. Sollte eine konkrete Position vorgesehen werden, auch wenn anschließend die Seite nicht optimal ausgenutzt wird, kann \begin{table}[h!] verwendet werden. Das [h!] bewirkt, dass die Tabelle erzwungen here! eingesetzt wird. Ich mag zentrierte Tabellen im Fließtext, deswegen füge ich zusätzlich \centering ein.

Mit dem Befehl \listoftables kann dann auch noch ein Tabellenverzeichnis eingefügt werden und wir sind schon fertig:

Tab_bsp

Im Fließtext kann dann mit \ref{tab:Ref} auf die Tabelle referenziert werden. Hier wird lediglich die Referenz angegeben, d.h. die Ausgabe für \ref{tab:Ref} ist hier „1“. Für die Referenz „Tabelle 1“ muss dementsprechend vor dem Befehl noch „Tabelle \ref{tab:Ref}“ geschrieben werden.

Nun zum letzten Schritt. Nicht nur Tabellenüberschriften können ungeahnte Ausmaße annehmen, auch Tabellen können seitenlang werden. Der Seitenumbruch ist in den bisher vorgestellten Tabellen nicht vorgesehen. Eine „zu lange“ Tabelle würde also einfach am unteren Rand der Seite abgeschnitten werden und der Rest wird nicht mehr dargestellt.

Für einen Seitenumbruch muss die Tabelle entweder unterbrochen und neu angefangen werden

\begin{tabular}{c c c} ... \end{tabular}
\newpage
\begin{tabular}{c c c} ... \end{tabular}

oder das Paket \usepackage{longtable} kann verwendet werden. Mit der entsprechenden Definition \begin{longtable} und \end{longtable} wird dann bei Erreichen des unteren Seitenrandes automatisch ein Seitenumbruch erzeugt.

Während der Masterarbeit bekam ich hier allerdings mit longtable ein Problem mit Aufzählungen in einer Tabelle mit Seitenumbruch. Für das Einfügen von Aufzählungen wurde einfach nicht dargestellt.

Große Schriftstücke mit LaTeX bewältigen – Teil 4: Abbildungen mit Unterschriften, Label und Verzeichnis richtig erstellen

Abbildungen mit Abbildungsunterschrift und Label erstellen und referenzieren

Wie Abbildungen eingefügt werden ist grundsätzlich ganz einfach und wurde auch schon im Exkurs Präsentieren mit LaTeX erklärt. Die dazugehörige Abbildungsunterschrift (-bezeichnung) und das Label fehlen allerdings noch.

Mit \begin{figure} und \end{figure} wird die Bildumgebung geöffnet und geschlossen. Darin wird dann definiert wo im Fließtext die Abbildung platziert wird. In diesem Fall soll die Abbildung genau dort platziert werden, wo sie auch im Quelltext eingebunden wird. Der Befehl dafür wird hinter \begin{figure} mit eckigen Klammern gesetzt (hier: [h!]). Wird der Befehl [h!] wegelassen, platziert LaTeX die Grafik im Fließtext an einem Ort, an dem das Programm meint, es passt. Dies geschieht völlig unabhängig vom Inhalt des Textes. Wo die Grafik angeordnet wird, kann zusätzlich in der Umgebung beeinflusst werden. Schreibt man dazu keinen Befehl, wird die Grafik linksbündig ausgerichtet (erzwungen wird linksbündig mit \leftflush und rechtsbündig mit \rightflush). Mit \centering kann die Grafik zentriert werden. Die Einbindung einer Abbildung funktioniert über \includegraphics. In den eckigen Klammern wird dabei die Größe des Bildes bestimmt und in geschwungenen Klammern der Dateiname angegeben. Bei der Bildgröße arbeite ich am liebsten mit einer Referenz zur Seitenbreite. Mit dem Befehl [width=\textwidth] wird die Abbildung genau so breit, wie die Seitenbreite es zulässt. Ist die Abbildung dann verhältnismäßig zu groß, muss vor dem \textwidth einfach eine Zahl kleiner eins gesetzt werden, um die Abbildung zu verkleinern. Natürlich kann diese ebenso mit einer Zahl größer eins vor dem Befehl vergrößert werden. Ragt die Grafik über die Seitenränder hinaus, werden diese Bereiche einfach abgeschnitten. Eine Bildunterschrift kann mit \caption hinzugefügt werden. Damit wird die Grafik automatisch in das Abbildungsverzeichnis aufgenommen. Sollte die Abbildungsunterschrift für ein Verzeichnis viel zu lang sein, kann zwischen dem Text im Verzeichnis und der Abbildungsbezeichnung differenziert werden. In den eckigen Klammern nach dem Befehl \caption ist der Text einzugeben, der im Verzeichnis auftauchen soll und in geschwungenen Klammern die Bildunterschrift. Inhaltlich sollten diese beiden natürlich nicht abweichen, sondern der Verzeichnistext könnte eine verkürzte Version der Bildunterschrift werden. Sollte die Grafik in dem Fließtext referenziert werden (siehe Abbildung XY), ist es hilfreich ein Label zu verwenden. Wenn noch weitere Abbildungen zwischendurch eingefügt werden, werden die Referenzen automatisch angepasst.

Hier ein Minimalbeispiel:

\begin{figure}[h!]
\centering
\includegraphics[width=0.8\textwidth]{Dateiname}
\caption[Text im Abbildungsverzeichnis]{Text in der Bildunterschrift}
\label{REF}
\end{figure}

Zusätzlich wollen wir natürlich ein Abbildungsverzeichnis einfügen. Die Seitenzahl des Abbildungsverzeichnisses solllte allerdings dann nicht mit arabischen, sondern römischen Ziffern angezeigt werden. Manche Grafiken sind außerdem zu schmal für die Seitenbreite und sollen gedreht werden. Hier also ein ausführlicheres Beispiel und das Ergebnis als PDF zum anschauen.

\documentclass[12pt, a4paper, bibliography=totoc]{scrartcl}

\usepackage[ngerman]{betababel}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage{amsfonts}
\usepackage{graphpap, color}
\usepackage{graphicx}
\usepackage{pstricks}

\begin{document}

\pagestyle{plain}
\pagenumbering{Roman}

\listoffigures
\newpage

\pagenumbering{arabic}

In Bild \ref{DRACH} ist das Bild des Drachenkopfes in Seitenbreite dargestellt.

\begin{figure}[h!]
\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{Drachenkopf}
\caption[Drachenkopf]{Foto des Drachenkopfes aus dem Berliner Zoo Aquarium}
\label{DRACH}
\end{figure}

Im nächsten Bild \ref{DRACK} wird die Abbildung verkleinert und nicht mehr zentriert.

\begin{figure}[h!]
\includegraphics[width=0.5\textwidth]{Drachenkopf}
\caption[Kleiner Drachenkopf]{Foto des Drachenkopfes aus dem Berliner Zoo Aquarium, kleiner und linksbündig}
\label{DRACK}
\end{figure}

Größer und zentriert sieht die Abbildung wie in \ref{DRACG} aus.

\begin{figure}[h!]
\centering
\includegraphics[width=1.5\textwidth, angle=90]{Drachenkopf}
\caption[Großer Drachenkopf]{Foto des Drachenkopfes aus dem Berliner Zoo Aquarium, größer und gedreht}
\label{DRACG}
\end{figure}

\end{document}

Das Ergebnis sieht dann so aus: BeispielBilderklein.

Bis zum Befehl \begin{document} ist die Präambel des Quelltextes. Hier werden Dokumenteneigenschaften und Pakete definiert und eingefügt. (Das kennen wir schon aus vorherigen LaTeX Artikeln ;) )

Die Seitennummerierung wird mit \pagenumbering angepasst und das arabische Format in das römische mit \pagenumbering{Roman} umgestellt, bzw. mit \pagenumbering{arabic} wieder zurück auf arabisches Zahlenformat.

Das Einbinden eines Abbildungsverzeichnisses ist sehr einfach mit \listoffigures.

Der restliche Quelltext sind nur Spielereien zum Einfügen von Bildern.

Viel Spaß beim Ausprobieren :)

Große Schriftstücke mit LaTeX bewältigen – Teil 3: Literaturangaben und Quellenverzeichnis

Erstellung eines Literaturverzeichnisses mit bibtex.

Bei der Erstellung eines etwas größeren Schriftstückes beschäftige ich mich von Anfang an auch mit den Literaturquellen. Es geht sicherlich fix, aus verschiedenen Büchern, Webseiten oder Artikeln Infos herauszufiltern und für sich selbst zusammenzufassen. Nach dem Verwenden von 20 verschiedenen Quellen ist es allerdings fast nicht mehr möglich, den Informationen die korrekten Quellen zuzuweisen. Also: von Beginn an Zitate und Informationsquellen angeben!

Sobald ich ein Buch zu meinem Thema anfasse, nehme ich erst alle notwendigen Infos zur Quellenangabe in der .bib-Datei auf.

@book{RSAS,
author = {Röbbeln, Stephan; Aßmann, Stefanie},
title = {Social Media für Unternehmen: Von der Planung bis zur Erfolgskontrolle, für KMUs bestens geeignet},
date = {29.04.2013},
publisher = {Galileo Computing},
}

@book{MAUE,
author = {Maue, Torsten},
title = {Günstig Bahn fahren: So spart man richtig Geld beim Bahn fahren},
date = {2013},
}

Die verschiedenen Literaturtypen können in MikTex direkt ausgewählt werden und die Angaben zur Literatur wie in einem Formular ausgefüllt werden.

BeispielScreenshot

Die ersten vier Buchstaben in groß sind die Referenzangaben für den Fließtext, die restlichen Angaben sind, denke ich, selbsterklärend. :)

Im Text wird dann auf die Literaturquellen referenziert und natürlich muss die Bibliothek inkludiert werden und das Literaturverzeichnis kann dargestellt werden.

\documentclass[12pt, a4paper, bibliography=totoc]{scrartcl}

% verwendete Packages:
\usepackage[ngerman]{betababel}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage{fancybox}
\usepackage{geometry}
\usepackage{cite}
\usepackage{bibgerm}

% Fußnoten
\usepackage[flushmargin]{footmisc}

\geometry{verbose,a4paper,tmargin=25mm,bmargin=25mm,lmargin=25mm,rmargin=25mm}
\include{Bibliothek}
\newcommand{\bibname}{Literaturverzeichnis}

\begin{document}

Dies ist ein Beispieldokument, um Bibliotheken in LaTeX Dokumenten einzubinden.

Dazu mache ich etwas Schleichwerbung für Stephan\footnote{\cite{RSAS}} und Torsten\footnote{\cite{MAUE}}
\newpage

\bibliographystyle{gerplain}
\bibliography{Bibliothek}

\end{document}

Das Ergebnis sieht dann so aus: BeispielTex.

Mit „\include{Bibliothek}“ wird die .bib-Datei in die .tex-Datei eingefügt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die .bib-Datei auch wirklich genauso heißt wie in dem \include{}-Befehl.

Im Fließtext kann dann mit dem \cite{}-Befehl auf die Literaturquellen zugegriffen werden. In diesem Befehl muss der Referenzcode angegeben werden. Hier sind das zum Beispiel „RSAS“ und „MAUE“.

Das Literaturverzeichnis wird mit „\bibliographystyle{gerplain}“ und „\bibliography{Bibliothek}“ eingefügt. Der erste Befehl wählt den Stil des Literaturverzeichnisses aus und mit dem zweiten wird die Bibliothek eingefügt.

Die Bibliothek bei Latex ist etwas tricky bis es endlich funktioniert. Nach dem „allgemeinen“ Reinfuchsen in Latex ist die Bibliothek Grund Nummer eins gewesen, um wegen Kleinigkeiten so richtig auszuflippen. Man erstellt zwei Dokumente: die .tex-Datei mit dem Fließtext und Literaturangaben und die .bib-Datei mit den Literaturquellen. Zunächst wird die .bib-Datei kompiliert und dann (eventuell mehrfach.. drei Mal…) die .tex-Datei.

Nach ein paar Kompilier-Zyklen kann es tatsächlich sein, dass sich Fehler eingeschlichen haben (bei URL-Angabe sollte \URL{http://maschbaur.de} angegeben sein, bei Umlauten könnte Latex sich verschlucken, …), dann heißt es: kontrollieren und fröhlich noch ein paar Kompilier-Zyklen mitmachen. Wenn gar nichts mehr geht, am besten jemand anderen die Datei mal zuschicken und darüber schauen lassen. Ich habe irgendwann mehr Fehler eingebaut als beseitigt… Und es ist auch schon vorgekommen, dass die Datei bei jemand anderem reibungslos kompiliert werden konnte. „Did you try to turn it off and on again?“ gilt auch hier.

Fröhliches Kompilieren! :D

LaTeX Exkurs: Präsentationen erstellen

Irgendwann ist man auch mit den schriftlichen Ausführungen der Studien- oder Abschlussarbeit fertig und möchte diese präsentieren. Da ich eh schon alles in LaTeX geschrieben habe, bietet es sich an, die Bilder und Tabellen auch in einer LaTeX Präsentation darzustellen. Das ist gar nicht mal so dramatisch. :)

Zunächst wird das generelle Layout für eine Präsentation formatiert:

\documentclass{beamer}

\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc} % Benutzung von Umlauten, Ligaturen, etc. möglich
\usepackage{amsfonts}
\usepackage{fancybox}
\usepackage{fmtcount}
\usepackage{graphpap, color}
\usepackage{graphicx}
\usepackage{pstricks}

\usetheme{Berlin}
\usecolortheme[RGB={190,30,60}]{structure}

\begin{document}

\end{document}

Mit „\usetheme{}“ wird ein vorgefertigtes Layout generiert, z.B. „Berlin“, „Warsaw“, „Hannover“, „CambridgeUS“, … . Man kann natürlich auch selbst eins erstellen. Da ich „Berlin“ mochte, habe ich auf die Arbeit selbst ein Format zu erstellen verzichtet.

Bei „\usecolortheme[]{}“ werden die Farben der Folien ausgewählt.

Anschließend kann das Dokument mit Inhalt gefüllt werden. Zum Gestalten der Titelseite verwende ich die Standardeingaben in LaTeX.

\title{Präsentieren in \LaTeX}
\author{Ines Tepper}
\institute{maschbaur}
\date{09.03.2015}

\begin{frame}{Titelseite}
\titlepage
\end{frame}

Das Ergebnis sieht dann so aus: BeispielpräsentationTitelseite.

Die Erstellung der Titelseite kennen wir bereits aus dem Erstellen einer schriftlichen Arbeit mit LaTeX. Mit „\begin{frame} \end{frame}“ werden einzelne Folien erzeugt. Wird der Befehl „\date{}“ weggelassen, generiert LaTeX automatisch das Datum am Tag des Kompilierens.

Für eine strukturierte Präsentation überlege ich mir jetzt eine grobe Gliederung und Folienanzahl. Gerade eine bereits überlegte Folienanzahl zwingt einen, nicht den Rahmen zu sprengen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

\begin{frame}{Inhaltsverzeichnis}
\tableofcontents
\end{frame}

\section{Vorgehensweise}
\begin{frame}{Ziel der Arbeit}
Selbstständiges Erstellen einer Präsentation in \LaTeX.
\end{frame}

\begin{frame}{Zeitplan}
Zeiträume:\\
Auflistungen: 5min\\
Blöcke: 5min\\
Abbildungen: 5min\\
Tabellen: 5min\\
\end{frame}

\section{Auflistungen}
\begin{frame}{Auflistung Teil 1}
TBD
\end{frame}

\begin{frame}{Auflistung Teil 2}
TBD
\end{frame}

\section{Blöcke}
\begin{frame}{Einfügen von Blöcken}
TBD
\end{frame}

\section{Abbildungen}
\begin{frame}{Einfügen einer Abbildung}
TBD
\end{frame}

\section{Tabellen}
\begin{frame}{Einfügen einer Tabelle}
TBD
\end{frame}

Das Ergebnis sieht dann so aus: BeispielpräsentationGliederung.

Mit dem Befehl „\section{}“ werden die Sektionsüberschriften in der Zeile ganz oben auf der Folie eingefügt. Diese sind weiß für die zugeordneten Folien. Bis eine neue Sektion eingefügt wird, werden alle Folien automatisch der alten Sektion zugeordnet.

Jetzt fehlt nur noch der Inhalt der einzelnen Folien von den Auflistungen bis zu den Tabellen. Wie in anderen Dokumenten, können auch hier Listen und Tabellen erstellt oder Bilder eingefügt werden. Zur übersichtlicheren Gliederung einer Folie können außerdem Blöcke eingefügt werden.

\section{Auflistungen}
\begin{frame}{Auflistung Teil 1}
\begin{enumerate}
\item Listenpunkt
\item Listenpunkt
\item Listenpunkt
\item Listenpunkt
\item Listenpunkt
\item Listenpunkt
\end{enumerate}
\end{frame}

\begin{frame}{Auflistung Teil 2}
\begin{enumerate}
\addtocounter{enumi}{6}
\item Listenpunkt
\item Listenpunkt
\item Listenpunkt
\item Listenpunkt
\item Listenpunkt
\item Listenpunkt
\item Listenpunkt
\end{enumerate}
\end{frame}

\section{Blöcke}
\begin{frame}{Einfügen von Blöcken}
\begin{block}{Teil 1 dieser Folie}
Text zum ersten Teil dieser Folie.
\end{block}
\begin{block}{Teil 2 dieser Folie}
Text zum zweiten Teil dieser Folie.
\end{block}
\end{frame}

\section{Abbildungen}
\begin{frame}{Einfügen einer Abbildung}
\begin{figure}[h!]
\centering
\includegraphics[width=0.8\textwidth]{cat}
\end{figure}
\end{frame}

\section{Tabellen}
\begin{frame}{Einfügen einer Tabelle}
\begin{tabular}{ll}
\vspace{1cm}
Betreuende Professorin: & Prof.-Dr. Musterfrau\\
\vspace{1cm}
Betreuerin: & Dipl.-Ing. Mentorin\\

Autorin: & B.Eng. Tepper\\
Tel.: & 0531 XXX XXXX\\
E-Mail: & ines@maschbaur.de\\
\end{tabular}
\end{frame}

Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus: Beispielpräsentation.
Eine Auflistung, die auf eine Folie passt, ist ganz einfach zu generieren. Mit „\begin{enumerate} \end{enumerate}“ werden einfach die Listenpunkte erstellt. Sollte eine Auflistung so lang werden, dass sie nicht mehr auf eine Folie passt, muss der Zähler auf der neuen Folie angepasst werden. Schließlich soll die Aufzählung nicht wieder von vorne beginnen, sondern weitergeführt werden. Die passiert mit dem Befehl „\addtocounter{enumi}{6}“. In der ersten Klammer wird angegeben, welcher Zähler manipuliert wird, in diesem Fall der der Listenerstellung enumerate, also „enumi“. In der Zweiten Klammer wird angegeben, um wie viel der Zähler hoch gesetzt wird.

Die Blöcke in einer Folie helfen, wenn das Thema eigentlich noch weiter unterteilt werden könnte, aber der Inhalt nicht reicht, um eigene Folien zu füllen.

Wie bereits beschrieben, funktioniert das Erstellen von Tabellen und Einfügen von Abbildungen genauso wie im Fließtext eines Dokumentes. Mit dem Zusatz „[width=0.8\textwidth]“ kann das referierte Objekt in Bezug zur Zeilenbreite skaliert werden. So hat man kein stundenlanges ausprobieren der Größe bis die Abbildung in die Folie passt. Das Gleiche kann man auch bei großen Tabellen machen, wobei bei Folien generell auf große Tabellen verzichtet werden sollte, das wirkt schnell unübersichtlich.

Dann mal viel Spaß beim Präsentieren!

Große Schriftstücke mit LaTeX bewältigen – Teil 2: Das Titelblatt

Heute mal etwas Schnelles: Das Titelblatt.

Viele Universitäten oder sogar einzelne Institute geben strikt vor wie das Titelblatt auszusehen hat. Wo welches Logo, die Überschrift und welche Personen auf dem Titelblatt zu stehen haben. Hier stelle ich eine Möglichkeit vor das Titelblatt in Latex zu gestalten. Na gut. Zwei.

Die erste Möglichkeit ist wahrscheinlich die einfachste und nicht unbedingt die schönste oder auch informativste. Latex generiert mit minimalen Angaben ein Titelblatt:

\author{Ines Tepper}
\title{Beispieltitelblatt}
\date{09.03.2015}

\maketitle

Die minimalen Angaben auf der Titelseite sehen kompiliert dann so aus:
Titelblatt2

Möchte man mehr Angaben und selbst angeordnete Texte auf dem Titelblatt haben, ist es empfehlenswert, dieses einfach selbst zu gestalten. Ein Beispiel ist das Folgende:

\pagestyle{empty}
\begin{center}

\Large{Beispieltitelblatt}\\
\vspace{1cm}
\normalsize

\vspace{0.5cm}
\textbf{Titel der Arbeit}\\
\vspace{0.5cm}
Ines Tepper\\
\vspace{2cm}
Institut: maschbaur\\
Braunschweig\\

\end{center}

\vspace{1.5cm}
\parbox[t]{13cm}{ \hspace{13cm} } \parbox{5cm}{
100 Seiten \\
50 Bilder\\
10 Tabellen\\
20 Referenzen\\ }

maschbaur\\
Wolfsburg\\

\vspace{0.5cm}

Geheimhaltungsnotiz: Intern und extern beschränkt zugänglich\\

\vspace{0.5cm}

Braunschweig, März 2015\\

\parbox[t]{10cm}{\hspace{10cm} } \parbox{5cm}{Unterschriften:}\\

\parbox[t]{4cm}{Institutsdirektorin:}
\parbox[t]{5cm}{Prof. Dr.-Ing. Musterfrau \hspace{2cm}} \parbox{5cm}{\underline{\hspace{6.5cm}}}\\

\parbox[t]{4cm}{Betreuerin:}
\parbox[t]{5cm}{Dipl.-Ing. Mentorin \hspace{2cm}} \parbox{5cm}{\underline{\hspace{6.5cm}}}\\

\parbox[t]{4cm}{Verfasserin:}
\parbox[t]{5cm}{B. Eng. Tepper \hspace{2cm}} \parbox{5cm}{\underline{\hspace{6.5cm}}}\\

Hier sieht die Titelseite so aus:
Titelblatt

Die Unterschriftenfelder müssen nicht unbedingt mit parboxen erstellt werden, alternativ sind Tabellen sicherlich auch einfach. :)