3D Drucken selbst gemacht – total einfach?!

Weil mein Freund regelrecht vernarrt in 3D Printing ist (Rapid Prototyping, 3D Drucken, wie man es auch immer nennen mag), habe ich mir überlegt ihm etwas zu seinem Geburtstag zu konstruieren. Da er auf Gadgets steht und meine Zeit wegen der laufenden Bachelorarbeit etwas begrenzt ist, habe ich mich dazu entschlossen ein Handycover für sein Nokia Lumia800 mit seinem Homepage-Logo zu konstruieren.

Zunächst einmal sollte man ein 3D Modellierungs-/ Konstruktionsprogramm beherrschen, sonst muss man einen Ingenieur beauftragen die eigenen Skizzen als 3D Modell umzusetzen, und ihr wollt nicht wissen was so ein Ing. verlangt!

Ich selbst arbeite abwechselnd mit Pro/E und SolidWorks. Diese Datei habe ich mit Solid Works erstellt und anschließend als STL gespeichert. Als STL Datei können auch andere Programme das Modell richtig öffnen.

Nach den ersten Schwierigkeiten an die richtigen Maße des Handys zu kommen, ging das konstruieren an sich recht schnell (mit Fehler ausmerzen und mich etwas von SW ärgern lassen ca. 6 Stunden). Aber für mich war das noch der einfachste Part…

Nun kommt die Frage der Fragen: Wo drucken lassen?! Ich habe ja keinen 3D Drucker zu Hause rumstehen… Also habe ich online recherchiert und mir mehrere Angebote für das Handycover geben lassen. Hier dazu meine eher frustrierenden Erfahrungen:

Ich habe gleich Anfang März bei vier verschiedenen Unternehmen einen Preis angefragt, um möglichst frühzeitig mit dem Lieferanten zusammen arbeiten zu können. Der erste hat geantwortet das sei nicht möglich. Die nächsten beiden haben zwangsweise ihre Ingenieursdienstleistungen mit angedreht und einer hat dann einen machbaren Preis eingeräumt. Diesem habe ich dann auch die fertige Konstruktion geschickt. Keine Antwort. Also alles nochmal verschickt. Wieder keine Antwort. Noch mal an die allgemeine Kontaktadresse geschickt. Ein anderer hat geantwortet, der war der Meinung das ganze wäre nicht möglich. Panik.

Tja, der Geburtstag rückte immer näher und ich hatte zwar ganz hübsche 3D Daten aber niemand, der mir das druckt! Dann wurde auf Twitter von Shapeways berichtet (@mbiebusch) und ich hab da mal geschaut. Hier muss man allerdings seine eigene Konstruktion für alle zur Verfügung stellen, da das Logo meines Freundes Bestandteil der Konstruktion ist, fand ich das nicht so gut.

Schlussendlich habe ich zum Glück Fabberhouse.de entdeckt. Die Tochtergesellschaft der Alpha.com hat sich auf den privaten Sektor der Druck-Dienstleistungen spezialisiert. Man braucht keine eigenen Konstruktionen zur Verfügung stellen und kann ohne sonstige Ingenieursdienstleistungen seine eigene Idee drucken lassen. Dazu muss man seine eigene 3D Datei als .STEP oder .STP in den Drucker Client von HP hochladen und den Druckvorgang selbst simulieren. Das war zum ersten mal ein leichter Krampf. Speichern unter .STEP oder .STP ist nicht schwer im CAD Programm, aber in diesem Drucker-Client das ganze zu simulieren war zunächst nicht ganz einfach.

Bevor man anfängt ein Modell zu laden, sollte ein „Pseudo-Drucker“ installiert werden. Natürlich wird keiner gefunden, denn man hat zu Hause ja für gewöhnlich keinen rumstehen, deswegen einen manuell hinzufügen. Hier beachten: Es gibt einen HP 3D Drucker und einen HP 3D Color zur Auswahl, darauf achten, was der Anbieter hat, sonst wird das nichts! Bei Fabberhouse also den Color auswählen und alles wird gut.

Dann kann das Modell geladen werden, also STL auswählen.

Datei -> STL einfügen

Rechts neben dem Modell sieht man dann eine kleine Übersicht, die Einheit in der konstruiert wurde müsste hier angepasst werden, damit kein zu großes oder zu kleines Modell herauskommt.

Anschließend started die Simulation, sobald man auf „Drucken“ klickt:

Während der Simulation wird automatisch eine .cmb Datei gespeichert (Speicherort wird abgefragt), die man dann bei fabberhouse.de hochlädt. Sobald die Datei komplett geladen ist, wird automatisch das Angebot generiert, dass sich aus den reinen Materialkosten und den Versandkosten zusammensetzt. Falls man das wünscht, kann man das Modell direkt vor Ort entstützen lassen (das heißt das Stützmaterial wird entfernt). Das kann ich jedem nur empfehlen! Bei fabberhouse.de wird das mit einer Lauge gemacht und zu Hause müsste man rein mechanisch den ganzen Stützkram runterkratzen, und glaubt mir: das ist KEIN Spaß!!!

Nach erfolgter Bestellung erscheint im eigenen Profil sofort ein Countdown wann geliefert wird! Mein Modell wurde sogar noch schneller geliefert, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Hier die Ergebnisse:

3D Modelle

Fotos

Ein Gedanke zu „3D Drucken selbst gemacht – total einfach?!

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